Projekt: OpenBioPrint

Ein passgenauer Ohrhörer oder orthopädische Silikoneinlagen für wenige Euro aus dem hauseigenen 3D-Drucker? Diese Vision will das Forschungsprojekt „OpenBioPrint“ realisieren. Im Projekt werden photonisch vernetzende Silikone entwickelt, welche die notwendige Elastizität und Biokompatibilität (gesundheitliche Unbedenklichkeit) zeigen, um komplexe Bauteile zu fertigen. Zudem soll ein photonischer 3D-Drucker auf Basis kostengünstiger DLP-Chips konstruiert und realisiert werden, der einfach zu handhaben ist und je nach kundenspezifischem Einsatzzweck angepasst werden kann.

Schnell, individuell und günstig

Besonders interessant wird die Möglichkeit des schnellen und bedarfsgerechten 3D-Drucks bei höchst individuellen Produkten, bei denen eine zentrale Fertigung weder einen Kosten- noch einen Nutzenvorteil bringt. Generative Fertigungsverfahren bieten zudem die Möglichkeit auch komplexe Bauteile zu fertigen, die mit konventionellen subtraktiven Verfahren nicht herstellbar sind. So ergibt sich eine maximale Individualisierbarkeit, wobei gleichzeitig kleinste Stückzahlen wirtschaftlich sind. Das Produktionsverfahren könnte so die schnelle Fertigung körpernaher oder körperangepasster biokompatibler Bauteile ohne großen finanziellen Aufwand und damit sogar die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle ermöglichen.

Das Projekt wird vom Protohaus in Kooperation mit dem Institut für Füge- und Schweißtechnik sowie dem Institut für Konstruktionstechnik der Technischen Universität Braunschweig umgesetzt und im Rahmen des „Open Photonik“ Förderprogrammes des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Ziel des Programmes ist die Einbeziehung der Bürgerschaft durch einen offenen Innovationsprozess. Dieser ermöglicht es Kunden und Nutzern außerhalb der Institutionen, aktiv an der Weiterentwicklung und der Verbesserung des Produktes teilzuhaben. Mit der Fördermaßnahme möchte das BMBF neue Formen der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft mit Bürgern ermöglichen und damit zusätzliche Innovationspfade und -potenziale für die Photonik erschließen.

Weiterentwicklung durch Open Source

Im Forschungsprojekt „OpenBioPrint“ soll durch Zurverfügungstellung der Silikonzusammensetzung eine Weiterentwicklung und bedarfsgerechte Anpassung durch forschende und experimentierende Bürger gewährleistet werden. Auch die Pläne für den Drucker sollen veröffentlicht und durch die Bürgerschaft weiterentwickelt werden. Um der Bürgerschaft das nötige Wissen in Bezug auf das 3D-Drucken mit den neuartigen Materialien und dem Prototyping zu vermitteln, hat das Protohaus die Digital Academy ins Leben gerufen.

Im Rahmen der Digital Academy werden 2018 eine Reihe von aufeinander aufbauenden Schulungen zu den Themen SLA-3D-Druck, Fusion 360, Arduino und EAGLE angeboten die grundlegendes Fachwissen vermitteln.

Tickets für die Workshops sind unter www.protohaus.eventbrite.org erhältlich.

Förderhinweis

Das Vorhaben OpenBioPrint – „Entwicklung einer offenen 3D-Druck Plattform zur schnellen Herstellung hybrider, biokompatibler Bauteile“ (FKZ 13N14040) wird innerhalb des Programms „Photonik Forschung Deutschland“, im Rahmen der Initiative „Open Photonik“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

By | 2018-05-17T14:31:11+00:00 April 5th, 2018|Uncategorized|0 Comments

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